Palais Ferstel
In einem der ältesten und schönsten Teile Wiens, dem Gemeindebezirk Innere Stadt, befindet sich das berühmte Palais Ferstel. Der junge Architekt Heinrich von Ferstel schuf unter dem Eindruck einer langen Italienreise zwischen 1856 und 1860 das Palais. Als eines der prachtvollsten und architektonisch interessantesten Bauwerke der Gründerzeit in Wien kombiniert es venezianisch-florentinische Trecento-Architektur in einmaliger Art mit klassischem Werksteinbau.
Zu der Eröffnung 1860 war das Palais Ferstel das modernste Haus Wiens. Der kurzzeitige Sitz der Wiener Börse und der Österreichisch-Ungarischen Nationalbank bot neben stilvollen Räumlichkeiten und einem glasüberdachten Innenhof auch einen geeigneten Platz für das Café Central. Dieses wurde Ende des 19. Jahrhunderts zum Mittelpunkt der geistigen Elite Europas.
Heute wird das Palais Ferstel optisch durch die perfekte Verschmelzung verschiedener Baustile und die erfrischende Symbiose aus beeindruckender Architektur in klassischem Ambiente mit modernster Ausstattung charakterisiert. Die bis ins letzte Detail originalgetreue Restaurierung lässt den Bau inzwischen wieder in voller Pracht erstrahlen - die Erfordernisse zeitgemäßer Veranstaltungen haben wir dabei optimal berücksichtigt.
Unterhalb finden Sie die detaillierte, tabellarische Geschichte unseres Hauses.
Geschichtliche Daten
| Baustil: | später romantischer Historismus |
| 1856-1860 | Der junge Architekt Heinrich von Ferstel erbaut, inspiriert von einer langen Italienreise, das prachtvolle Palais Ferstel. |
| 1860 | Eröffnung des Palais Ferstel, das Gebäude erwirbt den Ruf, das „modernste Gebäude Wiens“ zu sein. |
| 1860 | Die Wiener Börse mietet sich bis zur Eröffnung der offiziellen Wiener Börsensäle im Erdgeschoss des Palais Ferstel ein, auch die Österreichisch-Ungarische Nationalbank hat in dieser Zeit ihren Sitz im Palais Ferstel (im Erdgeschoss, dem späteren Cafe Central, Warenbörse). |
| 1876 | Die Gebrüder Pach eröffnen im Erdgeschoss nach dem Auszug der Börse (1877 Einzug der Börse im Börsengebäude am Ring) das Cafe Central. |
| 1877 | Das k. u. k. Militärkasino zieht in den ehemaligen Börsensaal im 1. Stock und bleibt hier bis 1911. |
| Ab 1900 | Das Cafe Central wird zum Treffpunkt für Gelehrte und Künstler, den „Centralisten“ wie sich die Stammgäste selbst gerne nennen. Unter anderem verkehren hier Sigmund Freud, Arthur Schnitzler, Leo Trotzki, Robert Musil oder Hugo von Hofmannsthal. Stammgast Peter Altenberg ist so eng mit dem Cafe Central verbunden, dass er dieses als seine Wohnadresse angibt, er nutzt das Cafe als Arbeitsplatz, Wohnzimmer, Salon und Werkstatt zugleich. Noch heute erinnert eine lebensgroße Figur im Eingang an den berühmtesten Stammgast. |
| Bis 1918 | bleibt das Cafe Central das einzige Literaturcafe in Wien. |
| 1925 | Das Cafe Central wird kurz vor seinem 50-jährigen Jubiläum renoviert und restauriert. Arkadenhof, Säulensaal, ein Damensalon und verschiedene Spielzimmer werden ins Kaffeehaus integriert und das Cafe zu einem Cafe-Restaurant umgestaltet. |
| 1926 | Das frisch renovierte Cafe feiert sein 50-jähriges Jubiläum. |
| 1938 | Im Zuge der von den Nationalsozialisten initiierten Arisierung muss sich das Cafe Central in „Kaffeehaus“ bzw. „Kaffee“ umbenennen. Durch den Nationalsozialismus und den zweiten Weltkrieg verlieren viele Stammgäste ihr Leben. |
| 1943 | Das Cafe Central wird geschlossen und bleibt dieses für insgesamt vier Jahrzehnte. Das Palais Ferstel erleidet durch den Krieg großen Schaden, die Räumlichkeiten des Cafe Central werden unter anderem als Lagerraum genutzt. |
| 1951 | Nachdem Krieg und die Rote Armee meterhohen Schutt, kaputte Fenster und eine fast völlig zerstörte Inneneinrichtung hinterlassen, arbeitet die Wiener Basketballgemeinde monatelang an der notdürftigen Renovierung des Palais. Danach wird in der „Halle Herrengasse“ täglich Basketball gespielt. |
| 1958 | Die Österreichische Realitäten-AG (ÖRAG) übernimmt das Gebäude. |
| 1970 | Eine Expertengruppe wird damit beauftragt, Ideen zur Restaurierung und künftigen Wiederbelebung des Palais Ferstel zu entwickeln. |
| 1978 | Beginn der Renovierungsarbeiten. |
| 1982 | Das Café Central öffnet nach Renovierung im Arkadenhof wieder seine Pforten. Es wird in einem ORF-Studio nachgebaut und bis 1991 wird die ORF Diskussionssendung „Café Central“ regelmäßig aus dem „Kaffeehaus“ übertragen. |
| 1986 | Das Cafe Central zieht wieder, wie ursprünglich, in den Säulensaal. Die Festsäle des Palais Ferstel werden von der Imperial Austria Hotels AG unter CIGA Hotels und später unter Sheraton bzw. Starwood Hotels & Resorts Wordwide Inc. als „Veranstaltungszentrum“ betrieben bis die Mietverträge 2001 auslaufen. Die hauseigene ausgezeichnete Küche sowie Service betreuen exklusiv alle Veranstaltungen. |
| 2000 | Die Privatstiftung übernimmt durch den Erwerb der ÖRAG auch das Gebäude des Palais Ferstel. |
| 2001 | Am 3.5. Gründung der Palais Events Veranstaltungen GmbH durch die Privatstiftung als Betreiberfirma mit den Börsensälen Wien als erstes Mitglied. |
| 2001 | Am 1.10. wird das Palais Ferstel und Cafe Central Teil von Palais Events Veranstaltungen GmbH übernommen. Die hauseigene ausgezeichnete Küche sowie Service betreuen weiterhin exklusiv alle Veranstaltungen. |
| 2002 | Weitere Modernisierungsarbeiten im Cafe Central & Palais Ferstel (unter anderem Erneuerung der Klimaanlage, Renovierung der Böden, Bau eines großen Transportlifts, Umbau und Renovierung der Toilettanlagen, etc.). |
| 2006 | Das Cafe Central betreibt, bei Verfügbarkeit (aufgrund von Bankettveranstaltungen), auch wieder den berühmten Arkadenhof als Kaffeehaus und für Gruppenreservierungen. |
Weitere bekannte Bauwerke von Heinrich von Ferstel:
Votivkirche
Hauptuniversität am Dr.-Karl-Lueger Ring
Universität für Angewandte Kunst Wien
Museum für angewandte Kunst






